Archiv für Mai 2008

Langsam kommt leben in die säkularen Moslems

Donnerstag 1 Mai, 2008

http://www.diepresse.at/home/panorama/oesterreich/343560/index.do?_vl_backlink=/home/index.do

Vertuschen von Problemen hilft Muslimen nicht“

15.11.2007 | 18:14 | ERICH KOCINA (Die Presse)

Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide kritisiert konservativen Religionsunterricht – 55 Prozent melden sich ab.

Die Presse (Teresa Zötl) Die Presse: Was läuft falsch in der Islamischen Glaubensgemeinschaft?

Mouhanad Khorchide: Man muss aufpassen, was man sagt, um Strache & Co nicht in die Hände zu spielen. Ich will, dass sich etwas ändert, aber dass niemand zu Schaden kommt.

Konkret: Seit einem Jahr wird eine neue Verfassung angekündigt. Warum ist da noch nichts passiert?

Khorchide: Es gibt eine Konkurrenz zwischen ethnischen Gruppierungen und Moscheegemeinden. Das schwächt die Glaubensgemeinschaft, denn man muss manchmal gewisse Positionen vertreten, nur um eine Balance zwischen den Gruppierungen herzustellen.

Oft grenzen Aussagen von offizieller Seite ja an Realitätsverweigerung, Beispiel Unterdrückung der Frau.

Khorchide: Selbstverständlich gibt es Unterdrückung von Frauen im Namen der Religion. Auch in Österreich. Aber Vertuschen hilft den betroffenen Frauen nicht.

Warum wird dann oft abgeblockt?

Khorchide: Leider neigen offizielle Vertreter dazu, das Bild nach außen verschönern zu wollen. Sie glauben, dass sie dem Islam damit etwas Gutes tun. Aber so lässt man Probleme größer werden. Dass die an die Oberfläche kommen, ist dann nur eine Frage der Zeit.

Ist das nicht auch eine Frage des richtigen Personals?

Khorchide: Nicht immer sitzen kompetente Menschen an den richtigen Stellen, wie etwa bei der IRPA (Religionspädagogische Akademie, Anm.). Personelle oder inhaltliche Entscheidungen sollten unabhängig von ethnischen und politischen Konstellationen getroffen werden.

Es gibt also ein Proporzdenken?

Kohorchide: Ja, leider. Es wird nicht immer nach Kompetenzen und Qualifikation entschieden.

Wie sehr sind die konservativenVertreter repräsentativ?

Kohorchide:Die Mehrheit der Muslime in Österreich gehört keiner bestimmten Moscheegemeinde an. Sie sind nicht organisiert und haben keine starke Stimme in der Glaubensgemeinschaft. Man merkt das auch an den Abmeldequoten vom Religionsunterricht – 55 Prozent.

Was ist konkret am Religionsunterricht so schlecht?

Khorchide: Islamische Theologie, wie sie über Jahrhunderte ausformuliert wurde, ist konservativ und dogmatisch. Der Mensch wird als unmündig gesehen, muss gehorchen und darf seine Vernunft kaum verwenden. Es geht vordergründig um das Praktizieren von Ritualen.

Das ist aber kein österreichischer Sonderfall.

Khorchide: Nein, das gilt für die gesamte islamische Theologie. Wenn sich jemand an die Dogmen hält, kommt er ins Paradies, egal, wie er sich ethisch verhält.
Und warum geschieht beim Religionsunterricht dann nichts?

Khorchide: Muslime sind schnell beleidigt, wenn man sagt, dass eine islamische Aufklärung nötig ist. Die ist anders als die europäische, weil wir eine andere Geschichte haben. Es ist aber falsch zu sagen, es ist alles wunderbar. Wir brauchen dringend eine Aufklärung, die von einem innerislamischen Diskurs getragen wird.

Manchmal scheitert es aber ja eher an manchen Eltern.

Khorchide: Es muss auch bei ihnen ein Bewusstsein geschaffen werden, dass Bildung wichtig ist. Oft reagieren Muslime beleidigt, wenn man ihnen diese Defizite vorwirft.
Es gibt unter einigen Muslimen auch den Hang zum Extremismus.

Khorchide: Ja, auch der politische Islam ist eine Bedrohung. Aber diese Erscheinungen fallen – zumindest in Österreich – kaum ins Gewicht.

Wenn nicht Extremismus, wo ist dann das große Problem?

Khorchide: Dass Dogmen und nicht der Mensch im Mittelpunkt der islamischen Theologie stehen ist das Hauptproblem. Dogmatische und nicht ethische Prinzipien ziehen die Trennlinie, wodurch viele, die keiner Moscheegemeinde angehören, von der Gestaltung des Religionsunterrichts ausgeschlossen sind.

Wie sollte der nächste Präsident der Glaubensgemeinschaft aussehen?

Khorchide: Ich wünsche mir, dass der kommende Präsident ein Unabhängiger mit theologischer Basis und offener Haltung ist, der den aufgeklärten und liberalen Diskurs des Islam fördert.

Erziehungsgeld ist Unterschicht-Treibsatz

Donnerstag 1 Mai, 2008

http://www.tagesspiegel.de/politik/div/Betreuungsgeld-Norwegen;art771,2409005

Donnerstag 1 Mai, 2008

keine Christbäume mehr in Holland
Interview mit Ehsan Jami

Ehsan Jami ist aus seiner Religionsgemeinschaft ausgetreten. Nach einer alten Lesart des islamischen Rechts steht darauf die Todesstrafe. Jami musste untertauchen. Der Politiker hat einen Rat der Ex-Muslime gegründet, um auf sein Schicksal aufmerksam zu machen. Alexander Görlach hat mit ihm telefoniert.

Herr Jami, mit Ihnen in Kontakt zu kommen ist recht schwierig. Wo sind Sie eigentlich im Moment?
Der Geheimdienst hat mich angewiesen, niemandem zu sagen, wo ich mich aufhalte. Weil Sie es sind, kann ich sagen, dass ich irgendwo in den Niederlanden bin.

Was ist mit der Nummer, die ich gerade gewählt habe?
Ich nutze diese Nummer nur ein einziges Mal für dieses Gespräch. Danach nicht wieder.

Man würde nicht erwarten, dass jemand in einem freien Land wie Holland so leben muss, nur weil er seine Religionsgemeinschaft verlassen hat.
Das ist in der Tat eine Schande. Für Muslime bin ich ein Apostat, ein Abtrünniger, weil ich die Religion hinter mir gelassen und von ihr abgeschworen habe. Für das islamische Recht ist das ein schweres Verbrechen, das mit dem Tod bestraft werden muss.

Weiterlesen bei Cicero…